Ich bin AHF – Xiao Mianbao: Empathie durch Handeln praktizieren

In China, Kambodscha, Ich bin AHF von Olivia Taney

Xiao Mianbao, allgemein bekannt als „Little Bread“, ist medizinische Sozialarbeiterin im Changsha First Hospital, einer Partnerklinik von AHF, und Freiwillige im AHF China-Programm „Food for Health“.Seine Geschichte ist die nächste in unserer Reihe „Ich bin AHF“, in der wir bemerkenswerte Mitarbeiter, Klienten und Partner vorstellen, die jeden Tag das Richtige tun, um Leben zu retten. 

Ich heiße Xiao Mianbao, aber alle nennen mich „Kleines Brot“. Ich arbeite als medizinische Sozialarbeiterin im Changsha First Hospital, einer Partnerklinik der AHF. Mein Spitzname rührt von meiner lebenslangen Liebe zu Brot her, die mich sogar zur Namensgebung meines ersten Social-Media-Accounts inspirierte. Ich bekam ihn 2018, als ich anfing, mich ehrenamtlich in einer HIV/AIDS-Organisation zu engagieren. Damals waren Spitznamen, die auf Obst und Gemüse basierten, üblich, und so wurde „Kleines Brot“ meiner.

In meiner Funktion als medizinische Sozialarbeiterin biete ich psychologische Betreuung und soziale Dienstleistungen für Klienten an und entwickle individuelle Fallmanagementansätze. Durch diese Tätigkeit im Krankenhaus lernte ich AHF und seine Programme im Bereich der öffentlichen Gesundheit kennen, was mich später dazu veranlasste, mich ehrenamtlich für die Organisation und ihr Programm „Food for Health“ zu engagieren.

Als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Kernteam von „Food for Health“ vermittle ich Klienten Fähigkeiten zur Einkommensgenerierung, wie Gartenarbeit und Handwerk, und unterstütze eine WeChat-Plattform, über die sie ihre handgefertigten Produkte verkaufen können. Im Rahmen des Programms helfe ich bei der Verwaltung des WeChat-Onlineshops durch Produktwerbung, Verkaufsaktionen, visuelles Design und das Verfassen von Artikeln.

In China ist WeChat mehr als nur ein Kommunikationsmittel; es ist ein komplettes Ökosystem, in dem Nutzer nahtlos zwischen HIV-Aufklärungsinhalten und dem Kauf von Produkten von AHF-Klienten wechseln können. Diese Integration ermöglicht es dem Projekt, gezielt bestimmte Bevölkerungsgruppen kostengünstig zu erreichen und gleichzeitig Klienten dabei zu helfen, durch ihre Fähigkeiten finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen.

Fast mein ganzes Leben lang hätte ich mir nie vorstellen können, im öffentlichen Gesundheitswesen zu arbeiten. Ich habe Informationstechnologie studiert und ursprünglich geplant, in eine Großstadt zu ziehen, um dort eine gut bezahlte Karriere in der Technologiebranche zu machen – ein häufiges Ziel unter Studierenden meines Fachs. Doch mein Weg führte mich in den Bereich der Sozialfürsorge, und diese Veränderung beeinflusste meine Sichtweise auf HIV.

Anfangs hatte ich überhaupt keine Ahnung von HIV/AIDS und nahm an, dass Menschen mit HIV in ständiger Dunkelheit und Schmerzen leben, psychisch labil sind, überall auf Hindernisse stoßen und ständig gerettet werden müssen. Nachdem ich im öffentlichen Gesundheitswesen tätig wurde, änderte sich diese Ansicht grundlegend. Durch die langjährige Betreuung von Patienten entdeckte ich, dass Menschen mit HIV über ein hohes Maß an Selbstregulation verfügen und nicht durch ihre Diagnose definiert werden.

Ein Großteil ihrer Ängste rührt nicht vom Virus selbst her, sondern von mangelnder sozialer Unterstützung und weit verbreiteter Diskriminierung; dennoch bleiben sie widerstandsfähige Individuen, die danach streben, ein erfülltes Leben zu führen.

Meine Kindheit und Jugend haben meine Sichtweise geprägt. Die Schulzeit war nicht einfach, und ich erlebte Diskriminierung und Mobbing, was mir ein Gefühl der Isolation und Ohnmacht vermittelte. Diese Erfahrung weckte in mir tiefes Mitgefühl für Menschen am Rande der Gesellschaft, darunter auch HIV-Positive, und beeinflusste meinen beruflichen Werdegang maßgeblich. Ich möchte nicht tatenlos zusehen, sondern meine Fähigkeiten und Ressourcen nutzen, um einen sicheren Raum für Menschen zu schaffen, die soziale Ausgrenzung erfahren. Da ich dieses Gefühl kenne, gehe ich meine Arbeit mit großem Verantwortungsbewusstsein und Professionalität an.

Ich praktiziere „praktische Empathie“. Das bedeutet, nicht nur Mitleid mit jemandem zu empfinden, sondern mich in seine Lage zu versetzen und ihm bei der Lösung konkreter Probleme zu helfen. Wenn jemand Hunger hat, konzentriere ich mich darauf, ihm Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln zu verschaffen. Wenn jemand Diskriminierung erfährt, helfe ich dabei, seine Geschichte zu verbreiten oder Informationsmaterial zu erstellen, damit mehr Menschen ihn verstehen. Wahre Empathie bedeutet, greifbare Probleme zu lösen.

Die Unterstützung dieser Arbeit hat mir gezeigt, dass medizinische Versorgung allein nicht ausreicht. Ernährung, Lebensgrundlagen und soziale Akzeptanz sind ebenso wichtig. Ich habe gelernt, dass Vorurteile oft Chancen einschränken und dass wirksame Sozialleistungen sowohl Mitgefühl als auch Professionalität erfordern.

Ich bleibe bescheiden, was meine persönliche Zukunft angeht, aber ich hoffe, dass das „Food for Health“-Modell weiter ausgebaut werden kann und weiterhin zum übergeordneten Ziel der Beendigung der AIDS-Epidemie beiträgt. Durch kontinuierliche Arbeit möchte ich dazu beitragen, Würde und Chancen für marginalisierte Gemeinschaften zu schaffen.

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