Atlanta (4. März 2013) – Die AIDS Healthcare Foundation (AHF) veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Citywide Project Atlanta und der HCV Coalition for the Cure am Montag, den 4. März und Dienstag, den 5. März 2013 ein zweitägiges Forum zum Thema Arzneimittelpreise. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen hoher Arzneimittelpreise und der Arzneimittelentwicklung auf die HIV- und Hepatitis-C-Behandlung. Teilnehmer des Forums werden an beiden Tagen vor dem Georgia World Congress Center in Atlanta im Rahmen der CROI-Konferenz gegen die Preispolitik von Gilead Sciences im Bereich HIV/AIDS-Medikamente protestieren. Im September genehmigte die FDA Gileads neue Vierfachkombination Stribild zur AIDS-Behandlung. Das Pharmaunternehmen legte den Preis für Stribild umgehend auf 28,500 US-Dollar pro Patient und Jahr fest (Großhandelspreis – WAC). Das sind satte 37 % mehr als der Preis von Gileads meistverkaufter Dreifachkombination Atripla. Damit ist Stribild das teuerste HIV-Kombinationsmedikament auf dem Markt.
WAS: FORUM FÜR MEDIKAMENTENPREISE – 10:00 bis 12:30 Uhr, Phillip Rush Center, Atlanta
WANN: DIENSTAG, 5. März 2013 10:00 bis 12:30 Uhr
WO: FORUM FÜR MEDIKAMENTENPREISE – The Phillip Rush Center: 1530 DeKalb Avenue, Suite A, Atlanta, GA 30307
WAS: PROTEST VON GILEAD SCIENCES @ CROI-KONFERENZ – 1:30 Uhr EST vor dem Georgia World Congress Center, Atlanta
WANN: DIENSTAG, 5. März 2013 1:30 Uhr
WO: PROTEST – Vor der CROI-Konferenz im Georgia World Congress Center: 285 Andrew Young International Blvd NW, Atlanta, GA
KONTAKT: Tim Boyd, 213.590.7375; Jason King, 954.610.3064
Bereits am 1. Januar dieses Jahres erhöhte Gilead die Preise für vier wichtige AIDS-Medikamente um durchschnittlich 6 %. Darunter war auch Atripla , das meistverkaufte Kombinationspräparat mit drei Wirkstoffen, dessen Preis um 6.9 % auf 1,878.23 US-Dollar pro Patient und Monat stieg. Die drei weiteren HIV/AIDS-Medikamente, deren Preise angehoben wurden, sind Complera (5.8 % auf 1,936.53 US-Dollar), Emtriva (5.5 % auf 478.45 US-Dollar) und Viread (6 % auf 771.39 US-Dollar).
„Unsere erste Verteidigungslinie gegen Gileads ‚räuberische Preisgestaltung‘ für seine Medikamente besteht darin, die betroffenen Gemeinschaften aufzuklären und zu mobilisieren. Deshalb veranstalten wir diese Woche in Atlanta dieses Forum und diesen Protest zum Thema Medikamentenpreise. Die CROI-Konferenz bringt HIV/AIDS-Akteure aus aller Welt zusammen und bietet somit ein hervorragendes Umfeld, um Verbraucher und Aktivisten für die Bedeutung fairer Medikamentenpreise im Kampf gegen AIDS weltweit zu sensibilisieren“, sagte Tim Boyd , Direktor für Innenpolitik der AIDS Healthcare Foundation. „Als Hauptsponsor der CROI-Konferenz glaubt Gilead, sich durch Geldzahlungen der Verantwortung für die Auswirkungen seiner hohen Medikamentenpreise auf die Patienten entziehen zu können. Doch durch das Forum zur Medikamentenpreisgestaltung und die Proteste auf der CROI-Konferenz werden wir das wahre Gesicht von Gilead enthüllen: ein Unternehmen, das Rekordgewinne – und über 54 Millionen Dollar Jahresgehalt für seinen CEO – auf Kosten der staatlichen ADAP- und Medicaid-Programme, den größten Abnehmern von Gilead-Produkten, und der HIV-positiven Menschen erzielt hat, die auf diese Programme angewiesen sind, aber aufgrund von Finanzierungsproblemen keinen Zugang dazu haben.“
Einer der Mitveranstalter des Medikamentenforums, die HCV Coalition for the Cure, möchte die Verzögerung bei der Entwicklung eines Heilmittels für Hepatitis C beleuchten. „Nur wenige wissen, dass ein Heilmittel für diese Krankheit gefunden wurde und Patienten zur Verfügung stehen könnte, wenn Gilead sich nicht so hartnäckig weigern würde, mit BMS zusammenzuarbeiten. Diese Weigerung ist einzig und allein durch die Profitgier motiviert, die Gilead Anfang des Jahres dazu veranlasste, die Preise für vier seiner HIV-Medikamente zu erhöhen“, sagte Kim Salazar von der HCV Coalition for the Cure. „Während Gilead die Zusammenarbeit verweigert, um mit dieser lebensrettenden Medikamentenkombination den letzten Cent herauszuholen, sterben weltweit Millionen von Menschen an Komplikationen im Zusammenhang mit Hepatitis C oder ertragen bestenfalls die schmerzhaften und schädlichen körperlichen Nebenwirkungen der derzeit verfügbaren Behandlung.“
„28,500 US-Dollar pro Patient und Jahr für Gileads neues Vierfach-AIDS-Medikament Stribild – ein Medikament, das in vielerlei Hinsicht ein weiteres Nachahmerprodukt ist und nur geringfügig bessere Wirksamkeit zu einem horrenden Preis bietet – verdeutlicht, wie untragbar die Medikamentenpreise geworden sind“, sagte William Francis , Leiter des Citywide Project Atlanta. „28,500 US-Dollar sind mehr, als die meisten AIDS-Patienten in den USA im Jahr verdienen. Die explodierenden Medikamentenpreise schränken den Zugang zu lebensrettenden AIDS-Medikamenten ein, indem sie die ohnehin schon stark beanspruchten staatlichen Hilfsprogramme und privaten Krankenversicherungen zusätzlich belasten.“











